Dharma und der Elefant im Raum – Modul 1

“Da ist ein ‘Elefant im Raum’” ist zu einer Redensart geworden. Laut Wikipedia bedeutet sie: “… ein Problem, das zwar für eine Gruppe von Menschen klar erkennbar und bedeutsam ist, aber von diesen nicht thematisiert wird”.

Lama Yesche U. Regel · Oktober 8, 2025

Buddhistische Lehren und Meditationen und die großen Themen unserer Zeit
PARAMITA – TRAINING – mit Lama Yesche U. Regel

“Da ist ein ‘Elefant im Raum’” ist zu einer Redensart geworden. Laut Wikipedia bedeutet sie: “… ein Problem, das zwar für eine Gruppe von Menschen klar erkennbar und bedeutsam ist, aber von diesen nicht thematisiert wird”. (Siehe auch)

Das kann auch mit buddhistischer Lehre und Praxis geschehen, doch genauso könnte diese genutzt werden, um die “Elefanten im Raum” deutlicher zu erkennen, zu benennen und Einsicht in sie zu gewinnen.

Ein Elefant spielt in vielen buddhistischen Lehren und Geschichten eine bedeutende Rolle, z.B. bei der Darstellung eines Elefanten und einer Gruppe von Blinden, die seinen Körper an unterschiedlichen Stellen berühren, ihn deshalb, nur tastend und ahnend, sehr unterschiedlich wahrnehmen, einschätzen was er ist und darüber sogar in Streit geraten in der berühmten Darstellung von 9 oder 10 Stufen von Erfahrungen, die bei der Shamatha-Geistesruhe-Meditation auftreten können in diversen Jataka-Legenden, den Geschichten aus den Vorleben des Buddhas auf seinem Erleuchtungsweg, wie wenn es z.B, um den Elefanten Mahilamukha geht, der durch Räuberstimmen beeinflusst über Nacht von einem gutartigen zu einem bösartigen Tier wird – und dann umgekehrt durch Weisheitsworte auch wieder freundlich wird.

An diesen Buddhismus- (= Dharma) und Meditations-Wochenenden wurden vor allem grundlegende Meditationen angeleitet, erklärt und eingeübt. Es werden Grundgedanken und Begriffe der Buddha-Lehre in einer klaren Sprache erläutert und diskutiert. Zudem werden wir an jedem Wochenende mindestes einen “Elefanten” in den Raum eintreten lassen, dem wir unsere Praxis, Achtsamkeit, Ruhe, Herzenswärme, Mitgefühl und Weisheit zuwenden können.

Damit die buddhistische Lehre und Praxis in einer von so vielen Krisen geschüttelten Zeit eine Bedeutung und Wirksamkeit behalten kann, scheint es wichtig, die Elefanten nicht auszusperren sondern mit ihnen gemeinsam zu üben. So können sie klar und deutlich angeschaut und dabei die  eigene Blindheit überwunden werden. Die Tiefe der Übung kann zunehmen, der Umgang mit dem “Elefanten” mitfühlender und weiser werden. Schließlich wird es möglich sein auf dem Elefanten zu reiten und ein’e Elefantenbändiger’in zu werden. Jeder Elefant ist ein Teil unserer Welt und damit auch von uns selbst. In jedem Modul wird eine primäre Meditationsform unter Anleitung eingeübt. Es gibt Dharma-Vorträge, bei denen die Sechs Paramitas und andere buddhistische Grundbegriffe im Mittelpunkt stehen. Dazu gibt es Austauschrunden und es wird eine Übungsgemeinschaft gebildet.

Diese Reihe in 4 Modulen, bei der auch jedes Modul einzeln belegt werden kann, sowohl vor Ort wie auch online, ist ein Versuch die buddhistische Lehre und Praxis zusammen mit einigen großen Fragen und Themen unserer Zeit in Einklang zu bringen.

Zugleich ist sie eine Benefiz-Reihe zu Gunsten des Kamalashila Instituts. Der Kursleiter verzichtet auf ein Honorar und alle Teilnehmenden können einen Kursbeitrag nach persönlichem Ermessen geben, also auf einer freiwilligen Beitragsbasis. So kann man Dankbarkeit und Wertschätzung für den Kurs, den Veranstaltungsort und auch den Kursleiter zum Ausdruck bringen und zugleich das geben, was einem möglich ist und angemessen erscheint.

Die gemeinsame Praxis in Verbindung mit den Themen der Zeit, den “Elefanten im Raum”, versprechen wertvolle und tiefgründige Erfahrungen unter der Anleitung von Lama Yesche zu werden.


Modul 1 – Achtsamkeit – Satipatthana-Meditation – Die Vier Grundformen der Achtsamkeits-Praxis – die 1. Paramita der Großzügigkeit und die 2. Paramita des heilsamen Verhaltens – buddhistische Ethik der Selbstbefreiung und des altruistischen Bodhisattva-Ideals

Weitere Kurse:
Modul 2 – 15.-17. Mai 2026
Geistige Ruhe und Stabilität – Shamatha-/Schi-nä-Meditation – die 3. Paramita der Geduld und die 4. Paramita der freudevollen Bemühung, Dharma-Lehren und Wege zum inneren und kollektiven Frieden gemäß der Drei Fahrzeuge des Buddhismus
Am Sonntag Vormittag wird der Elefant der Waffen und der Kriege eingeladen.

Modul 3 – 3.-5. Juli 2026
Metta-Herzenswärme – Freundlichkeits- und Herzenswärme-Meditation – die Vier Unermesslichen (Brahmavihara), die Sechs Daseinsbereiche des Samsara, Nächstenliebe und universelles, unparteiliches Mitgefühl, die Existenzmerkmale Leiden, Vergänglichkeit, Nicht-Selbst, sowie Krankheit, Alter und Tod
Am Sonntag Vormittag wird der Elefant der Not, des Hungers und des Elends eingeladen.

Modul 4 – 23.-25. Oktober 2026
Prajna-Einsichts-/Weisheit-, bzw. Vipashyana-Meditation – die 5. Paramita tiefer meditativer Sammlung und die 6. Paramita der höheren Weisheit, relative und absolute Wirklichkeit, Karma, abhängiges Entstehen, Intersein, Nicht-Selbst, Leerheit, Natur des Geistes, natürliche intellektuelle spirituelle und emotionale Intelligenz
Am Sonntag Vormittag wird der Elefant der künstlichen Intelligenz, der Medienvielfalt, der Manipulation und der Überwachung des Menschen durch abstrakte aber dennoch wirkliche Institutionen eingeladen.

Manchmal wird der “Elefant” auch schon am Freitag und Samstag etwas in den Raum hinein schielen.

Über den Lehrer / die Lehrerin

Lama Yesche U. Regel

Lama Yesche U. Regel unterrichtet buddhistische Lehren und Meditationen seit vielen Jahrzehnten im ganzen deutschen Sprachraum. Er begegnete seit 1977 zunächst dem 16. Gyalwa Karmapa und dann anderen tibetischen Lamas und war an der Einrichtung mehrerer buddhistischer Meditations- und Lehrzentren beteiligt, auch des Kamalashila Instituts (1981) und des Retreat-Zentrum Halscheid (1985). Dabei war er Schüler von Khenchen Thrangu Rinpoche und Lama Gendün Rinpoche und begegnete auch vielen anderen buddhistischen Lehrenden. Von 1980-1997 war er als Mönch ordiniert und absolvierte in dieser Zeit ein geschlossenes Drei-Jahres-Retreat. Seitdem ist er “Freiberufler” und unterrichtet Buddhismus und Meditation im ganzen deutschen Sprachraum. Von 2005-2025 betrieb er gemeinsam mit Angelika Wild-Regel den Paramita-Praxisraum für Achtsamkeit und buddhistische Meditation in Bonn. Sein eigenes PARAMITA ONLINE-Programm begleitet viele Menschen bei ihrer regelmäßigen Meditationspraxis. Zwei Bücher sind von ihm erschienen: "Mitgefühl für sich, andere und die Welt/Tonglen-Praxis" und "Selbstmitgefühl durch Tonglen”. http://www.yesche.de

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