Leerheit und die Große Mutter Prajnaparamita

Lopön Chandra Easton Lopön Chandra Easton · März 4, 2021

Warum heißt diese Reihe “Leerheit und die Große Mutter Prajnaparamita”?

Zahlreiche Frauen im wirklichen Leben, und nicht nur weibliche Gottheiten, haben seit Buddhas Zeiten bis heute im spirituellen Leben buddhistischer Gemeinschaften in aller Welt eine einflussreiche Rolle gespielt. In dem Kurs „Leerheit und die Große Mutter Prajnaparamita“ wird uns Lopön Chandra Easton einige inspirierende Frauen und Göttinnen vorstellen und uns Erfahrungen zur Integration ihrer Weisheitslehren vermitteln. Alle sind willkommen!

Leerheit, in Sanskrit śūnyatā geht zurück auf das Wort “śūnya” (“leer”), verbunden mit der Nachsilbe “tā” (“heit).” Beide Teile ergeben zusammen “Leerheit.” Und doch kann śūnyatā auch übersetzt werden als “Offenheit” oder “offene Dimension des Seins.” Der große buddhistische Meister Asaṅga aus Indien erklärte śūnyatā als “ästhetisches Kontinuum mit allen Möglichkeiten.” Diesen Begriff finden wir sehr häufig in der Literatur des frühen Mahāyāna-Buddhismus: in den Sūtras über die Vollendung der Weisheit aus dem 1. und 2. Jh. unserer Zeitrechnung.

Genau diese Sūtras (Texte) leiteten im indischen Buddhismus die Mahāyāna-Bewegung ein (das Große Fahrzeug), und in ihnen finden wir für śūnyatā die Bezeichnungen „Schoß der Totalität“, „Mutter aller Buddhas“, genannt Prajñā Pāramitā (Vollendung der Weisheit) und auf Tibetisch Yum Chenmo (Große Mutter). Zu Beginn war sie ein philosophisches Prinzip, später in der tantrischen Ära wurde sie zum weiblichen Buddha; sie ist das erste Beispiel dafür, dass dem weiblichen Prinzip die höchste Ebene im Buddhismus zugeschrieben wird. Von da an verbesserte sich die Situation für wirkliche Frauen und für weibliche Gottheiten. So tauchten zunehmend z.B. Texte und Praktiken auf, die weiblichen Gestalten gewidmet sind: Āryā Tārā, Sarāswatī, Vajrayōginī, verschiedenen Dākiṇīs, Yōginīs und vielen anderen, und in größerem Umfang erhielten Lehrerinnen und weibliche Praktizierende Positionen, die Respekt und Einfluss einbrachten. Und genau jene Traditionen gelangten zu Beginn des 7. Jh. nach Tibet.

Diese vierteilige Veranstaltungsreihe umfasst Dharmavorträge, geführte Meditationen, Pranayama und Mantrarezitation.

Englisch mit deutscher Übersetzung.

Über den Lehrer / die Lehrerin

Lopön Chandra Easton

Dorje Lopön Chandra Easton ist die stellvertretende spirituelle Leiterin und autorisierte Lehrerin für das Tara Mandala Retreat Center, das von Lama Tsultrim Allione gegründet wurde. Sie unterrichtet Buddhismus und Yoga seit 2001 und ist Mitübersetzerin von Sublime Dharma: A Compilation of Two Texts on the Great Perfection. Während sie im tibetischen Buddhismus (Vajrayana) und insbesondere im Dzogchen (Große Vollkommenheit) verwurzelt ist, besteht ihr Hauptinteresse darin, Wege zu finden, diese traditionellen Lehren für unsere moderne Erfahrung zugänglich zu machen. Sie setzt sich auch dafür ein, die Stimme des Weiblichen innerhalb des Buddhismus zu erheben, indem sie Geschichten, Belehrungen, Erfahrungen und Poesie von Frauen, die den Weg gegangen sind, mit uns teilt, so dass wir lernen können, durch die Augen von Frauen zu sehen. Sie unterrichtet in der San Francisco Bay Area und international und lebt in Berkeley, CA.

4 Kurse

Nicht eingeschrieben
64 € - 160 €

Kurs Beinhaltet

  • 4 Lektionen